SCHWARZ AUF GRÜN
Wer an Regionalität denkt, hat meist sofort ein Bild vor Augen. Holz. Warme Brauntöne. Almhütten. Bauernhäuser. Gebäude, die aussehen, als wären sie schon immer da gewesen. Schwarz taucht in dieser Vorstellung mittlerweile eher selten auf. Dabei ist die Natur voller dunkler Töne: In der Erde nach einem Sommerregen. Im Schatten alter Wälder. In verwitterter Baumrinde. Oder im Feuer, das Holz verkohlt und ihm einen völlig neuen Charakter verleiht.
VON WEGEN BRAUNTÖNE
Die eigentliche Frage lautet ohnehin anders: Was macht ein Gebäude regional? Ist es die Farbe? Die Form? Die Oberfläche? Oder sind es vielmehr die Materialien, die Menschen und die Geschichten dahinter? Ein Gebäude wird nicht regional, weil es aussieht wie früher. Ein Gebäude wird regional, wenn es dort entsteht, wo seine Wurzeln liegen. Wenn Materialien aus der Region stammen. Wenn Handwerk aus der Region kommt. Wenn Wertschöpfung dort bleibt, wo das Projekt entsteht. Regionalität ist keine Stilrichtung, die nach bestimmten Farben verlangt. Regionalität ist eine Haltung.
Genau deshalb passt Hapfn so gut an die Schilcherweinstraße. Nicht, weil die Tiny Häuser eine bestimmte Farbe tragen. Sondern weil hinter ihnen derselbe Gedanke steht, der das gesamte Projekt prägt: Vertrautes neu zu interpretieren, regionale Ressourcen zu nutzen, regionale Partner einzubinden und gemeinsam etwas zu schaffen, das Bestand hat. Die reduzierte Architektur greift die Formensprache des südweststeirischen Bauernhauses auf und denkt sie zeitgemäß weiter. Eine neue und gleichzeitig vertraute Optik, die sich mühelos in die Region einfügt.
Für die Fassaden kommt Douglasie zum Einsatz. Holz aus einer steirischen Region, dem Mürztal, in der der Wald seit jeher prägend ist. Veredelt in St. Marein. Eingesetzt für die Fassade von Hapfn im steirischen Schilcherland.
Schwarzbrennen erlaubt
Aus Douglasie wird bei Mareiner Vulcano Black. Eine Fassade, die ihre besondere Optik dem Feuer verdankt. Tiefschwarz. Elegant. Charakterstark. Und genau deshalb funktioniert Vulcano Black bei Hapfn so gut. Die Fassade tritt in einen spannenden Dialog mit ihrer Umgebung und interpretiert die Optik des südweststeirischen Bauernhauses neu. Sie hebt sich ab, ohne sich aufzudrängen. Sie setzt einen Akzent, ohne übertrieben zu sein. Vielleicht gerade deshalb wirken die Tiny Häuser nicht wie Fremdkörper in der Landschaft, sondern wie eine zeitgemäße Antwort auf die Frage, wie Regionalität heute aussehen kann.
was es vorgibt zu sein.

scheinbar mühelos in die Landschaft ein.
© Max Mauthner
ALTE WURZELN, NEUE STÄMME
Wir sehen: Regionalität muss nicht aussehen wie gestern. Auf traditionellen, steirischen Wurzeln dürfen bei Mareiner neu gedachte regionale Stämme wachsen. Und manchmal sind diese eben tiefschwarz. Hapfn zeigt eindrucksvoll, dass Regionalität und Innovation keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Dort, wo beides zusammenkommt, entstehen oft die spannendsten Projekte. Oder anders gesagt: Schwarz auf Grün passt erstaunlich gut.


